Milander Quartett
Klavierquartett
„Vier exzellente Instrumentalisten zum perfekten Zusammenspiel vereint!“ jubelte die Presse nach dem Debüt des Milander Quartetts 2004 im Münchener Gasteig. Das Quartett begeisterte sein Publikum mit jugendlicher Frische, hoher Musikalität, technischer Perfektion und großer Spielfreude. Entscheidende Impulse erhielt es von der Münchner Geigenprofessorin Ana Chumachenco.
Es begann in ihrer ukrainischen Heimat, wo die Pianistin Milana Chernyavska und der Bratschist Alexander Moshnenko gemeinsam auftraten. (Die Wortschöpfung „Milander“ verknüpft den Vornamen der Pianistin mit dem des Bratschisten und Ehemanns Alexander). Seither verbindet die Freude am gemeinsamen Musizieren und die Begeisterung für abwechslungsreiche, farbige und selten gespielte Literatur die bis zum Klavierquartett erweiterte Besetzung. Diese wechselt in den thematisch gestalteten Programmen durchaus, was den Musikern Gelegenheit gibt, sich solistisch zu präsentieren und die Programmgestaltung variabel zu gestalten. Eine Ergänzung durch Auftragswerke und Projekte mit namhaften Gastkünstlern ist geplant. - Das Milander Quartett unternahm Tourneen durch Deutschland, Österreich, Holland, Ungarn, Russland und die Ukraine. Im Jahr 2006 erhielt es vom BR den Auftrag, Beethovens Klavierquartette einzuspielen, eine CD- Produktion ist in 2010 bei Avie Records geplant, auch eine Solo-CD der Pianistin mit Werken von Schumann ist vorgesehen.
Die Ukrainerin Milana Chernyavska (Klavier) ist eine der gefragtesten Kammermusikerinnen unserer Zeit. Sie gibt Recitals mit Julia Fischer, Lisa Batiashvili, Daniel Müller–Schott, Arabella Steinbacher u. a. CD-Einspielungen liegen bei EMI, Naxos, Claves, Avie Records und Ars Musici vor. Als Solistin hat sie mit renommierten Ensembles im In- und Ausland konzertiert. 1990 beendete sie ihr Klavierstudium am Staatlichen Tschaikowsky Konservatorium, von 1995 bis 1998 absolvierte sie ein Meisterklassenstudium bei Prof. M. Höhenrieder und Prof. G. Oppitz an der Hochschule für Musik in München, wo sie selbst auch unterrichtet. Ihre künstlerischen Leistungen wurden durch zahlreiche Preise bei internationalen und nationalen Wettbewerben anerkannt. Milana Chernyavska ist häufiger Gast beim Lucerne Festival, beim Rheingau- und Schleswig-Holstein Musikfestival, bei den Schwetzinger Festspielen sowie in bedeutenden Konzertsälen wie dem Münchner Herkulessaal, dem Concertgebouw Amsterdam, der Suntory Hall Tokio sowie der Carnegie Hall New York. Die vielseitige Künstlerin ist zudem Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.
„Bei... Milana Chernyavska handelt es sich... um das Glück des Ganzen, das auch beim zehnten Mal des Anhörens kein Jota von seiner Vollständigkeit einbüßt“
Lisa Schatzman (Violine) gab mit sechs Jahren als jüngste Schülerin von Tibor Varga ihren ersten Solo- Auftritt mit Orchester. Ihre Studien führten sie von Hagai Shaham in Israel zu Prof. Ana Chumachenco an die Musikhochschule München, wo sie 2003 ihr künstlerisches Diplom und 2005 die Meisterklasse absolvierte. Weitere Anregungen erhielt sie von Miriam Fried, Ida Haendel, Joseph Silverstein und Rainer Schmidt. Als Preisträgerin des Internationalen Wettbewerbs 2004 in Genf konzertierte sie als Solistin unter der Leitung von Christoph Poppen und Wolfram Christ. Regelmäßig ist sie zu Gast beim Nymphenburger Sommer, dem City of London Festival, beim Musica Festival Straßburg, dem Montpellier Radio-France Festival sowie in bedeutenden Konzertsälen (Münchner Herkulessaal, Concertgebouw Amsterdam, Victoria Hall Genf). Als gefragte Kammermusikpartnerin konzertiert sie mit Ana Chumachenco, Wen-Sinn Yang, dem Quatuor Ebène, Pascal Moraguès, Jörg Widmann, Isabelle Moretti, Jens-Peter Maintz, Vladimir Mendelssohn u. a. Mit dem Psophos quartett nahm sie an dem hochangesehen BBC "NewGeneration Artists" Programm teil. Lisa Schatzman spielt eine Geige vonG.B.Guadagnini, die ihr von der Pro-Canale Stiftung Milano zur Verfügung gestellt wird.
Alexander Moshnenko (Viola), in Kiew geboren, gewann schon während seiner Ausbildung in Kiew höchste Preise bei nationalen Wettbewerben. Nach seinem Studium an der Tschaikowsky Musikakademie in Kiew studierte er u. a. bei den Professoren D. de Rosa, Chr. Poppen, B. Pergamenscnikov und A. Lonquich an der Europäischen Kammermusik Akademie in Krakau. Seit 1990 ist er Solo-Bratschist im „Ensemble Klassische Musik“ in Kiew. Parallel hierzu widmet er sich seinen zahlreichen Verpflichtungen als Solist mit Orchestern in der Ukraine und Russland. 1994 gewann er die Goldmedaille beim Internationalen Kammermusikwettbewerb "Vladimir und Regina Horowitz" in Kiew. Alexander Moshnenko war Gast bei zahlreichen Festivals wie den Ukrainischen Kulturwochen in München und Finnland, dem „Julia Fischer Festival“ in Starnberg, dem Kammermusik Festival „Maggio Musicale“ in Florenz und dem Festival „Musikdialoge“ in Kiew.
Rupert Buchner (Violoncello), in München geboren und aufgewachsen, erhielt mit 6 Jahren den ersten Unterricht und trat bald danach erstmals öffentlich, etwas später auch als Solist mit Orchester auf. Sein Studium begann er in München bei Walter Nothas, ging dann für drei Jahre zu dem legendären Janos Starker nach Bloomington/USA und erhielt sein Konzert-Diplom mit Auszeichnung sowie den Magister-Titel an der Musik-Universität in Wien bei Prof. Tobias Kühne. Er gewann schon früh Preise bei nationalen Wettbewerben sowohl mit dem Cello, als auch dem Klavier. Sein besonderes Interesse galt stets der Kammermusik, hier erwarb er wichtige Impulse in Kursen bei Menahem Pressler (Beaux Arts Trio), Rotislaw Dubinsky (Borodin Quartett) oder den Mitgliedern des Julliard Quartetts. Meisterkurse bei Paul Tortelier, Heinrich Schiff oder Lynn Harrell rundeten seine Ausbildung ab. Rupert Buchner war Stipendiat des Aspen Music Festivals und des Schleswig-Holstein Musik Festivals (u.a. als Solo-Cellist unter Sergiu Celibidache und Leonard Bern-stein). Er ist Mitglied des Bayerischen Staatsorchesters. Als Solist und Kammermusiker unternahm er Tourneen durch Europa, China, Japan und die USA und trat bei renommierten Festivals wie den Salzburger Fest-spielen oder dem Barge Music Festival in New York auf.
Pressestimmen
Perfektes und packendes Konzert - … Großartige Kammermusik bot das Milander Quartett, durch die Geigerin Rita Rózsa für ein Werk zum Quintett erweitert… Seine Krönung fand das Konzert im Klavierquintett von Brahms. Empfindungstiefe, starke Spannungen und leidenschaftlicher Ausdruckswille äußern sich in einer Vielzahl von Themen und führen in den Ecksätzen zu nahezu orchestralem Klang. Schwärmerisch weich, von lyrischer Schönheit ist der zweite Satz, zu Beginn zart angedeuteter Dialog von Klavier und erster Violine, schließlich ein Schwelgen der Violinen in Terzen und Sexten… Mit technischer Perfektion, Temperamentund emotionaler Kraft gelang dem erweiterten Milander Quartett eine beeindruckende und packende Wiedergabe…
Natur, Leben und Liebe... Das Münchner Milander Quartett gab ein HR2-Kultur-Gastkonzert in Bad Hersfeld... Die Musiker spielten Kammermusik aus Tschechien "alla Zingarese" - brillant und mitreißend in ihrer Spielfreude. Rhythmischer, stehender Applaus! ... 'Natur, Leben und Liebe' nennt Dvorák bald nach dem Opus 87 einen Zyklus sinfonischer Ouvertüren. Wie gültig auch für die große romantische Kammermusik, die deutsche wie die slawische... Die vier Musiker bieten eine grandiose Vergegenwärtigung der Werke... Milana Chernyavska ist eine Pianistin mit fabelhaft freiem und triumphalem Zugriff, die doch auch so einfühlsam die Schwingungen der Streichinstrumente aufnimmt. Albena Danailova mit ihrer ausgefeilten geigerischen Prägekraft besetzt eine der begehrten Konzertmeisterstellen der Wiener Staatsoper. ... Unwiderstehlich, wie alle vier die Imagination schaffen, hier zieht über zwei Stunden hinweg ein einziges überdimensionales Werk vorüber. Ein dankbar erschöpftes Publikum hatte das wohl mitreißendste Festspielkonzert dieses Sommers erlebt....
Beglückendes Klangerlebnis - … Langsam, fast etwas melancholisch verschattet klingt die Einleitung von Schumanns Klavierquartett Es-Dur, bevor die Pianistin und die Streicher sehr schön die motivischen Gedanken und sanglichen Themen aufgreifen und in einem dichten Stimmengeflecht weiterführen… das Scherzo hat etwas Flirrendes, das Andante wird zu einem Satz voll zärtlicher Innigkeit, schwerelos und zart gespielt in den melodischen Phrasen… dagegen herrscht im Finale eine fiebrige Unruhe, drängende Bewegung und heftiger Überschwang. Leidenschaftliches Musizieren war auch nach der Pause zu hören in Fauré’s Klavierquartett. Sehr schön erfasst das Milander Quartett die romantisch-impressionistische Stimmung, findet zu farbigem Spiel voller Wärme und Vitalität. Gut herausgearbeitet sind die kontrastierenden Themen im Kopfsatz oder die zarten Streicherfarben und der delikate Klavierpart im Adagio. Vitale Geste am Klavier und weiche, blühende Streicherklänge machen diese Fauré-Wiedergabe zu einem beglückenden Hörerlebnis…