Markus Pawlik

Klavier

© Karuizawa Arts Festival 2008 – Photo by Bishin Jumonji

Markus Pawlik wird oft als einer der selten gewordenen Pianisten beschrieben, in dessen Spiel sich Sensibilität und Ausdruckskraft mit der phänomenalen Technik eines Virtuosen verbindet. 1966 in Bremen geboren, wurde sein Talent frühzeitig erkannt, als er im Alter von 7 Jahren begann, öffentlich aufzutreten und danach dreimal den Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" gewann. Seine musikalische Entwicklung wurde während seines Studiums bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover vor allem von der deutschen Musiktradition geprägt, aber durch den Unterricht bei Naum Grubert auch von der russischen Schule beeinflusst, wodurch er über eine ungewöhnlich reiche Ausdruckspalette für die Interpretation eines sehr breit gefücherten Repertoires verfügt.

1982 wurde er als Vertreter Deutschlands zum Fernsehwettbewerb der Eurovision in Manchester gesandt, dessen Gewinn große Beachtung fand und seine internationale Karriere begann. Seitdem gab er Klavierabende auf bedeutenden Podien Deutschlands ("Herkulessaal" München, "Alte Oper" Frankfurt, Schwetzinger Festspiele), und in wichtigen internationalen Städten wie Amsterdam, Lyon, Athen, Chicago, New York, Boston, Phoenix. Als Solist hörte man ihn unter anderem mit den Rundfunk Symphonie Orchestern in Hannover und Stuttgart, der "Philharmonique de Monte Carlo", dem "Bournemouth Symphony Orchestra", dem "Dublin Radio - Orchestra", dem "Residentie Orkest" in Den Haag und vielen anderen in Deutschland, England, Holland, Frankreich, Italien und USA.

Pawlik machte zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen. Seine Aufnahme des Klavierkonzerts von Moritz Moszkowski und zwei CDs mit Solowerken von Ernst von Dohnanyi und Max Reger sind bei NAXOS erschienen.

Neben der Konzentration auf die Interpretation des klassischen und romantischen Repertoires widmet er sich in zunehmendem Maße auch der zeitgenössischen Musik. So brachte er im Juni 2003 das Klavierkonzert von Ichiro Nodaira unter der Leitung von Kent Nagano in den USA zur Uraufführung, übernahm im August 2006 die japanische Premiere dieses Werks (Suntory Hall, Tokio) und wirkte an dessen Deutscher Estaufführung mit der Philharmonie Thüringen unter der Leitung von Florian Ludwig im März 2008 mit. Im März 2007 wurde er zum Bach Festival in Philadelphia eingeladen, im August trat er beim Kairuzawa Arts Festival in Japan auf,wodurch er seine Konzerttätigkeit in Japan und den USA intensiviert.

Pressestimmen

Bestechende Klangkultur – Der Pianist Markus Pawlik gastierte in Heidelberg – Entdeckungsfreudige Klavierliebhaber kennen Markus Pawlik vor allem durch einige sehr gelungene Platten-Aufnahmen, die ihn als ungewöhnlich feinsinnigen und geschmackssicheren Anwalt des hoch virtuosen „Fin de siècle“ Repertoires ausweisen… Im Gedächtnis behalten wird man ihn wegen seiner nahezu jeden aktuellen Vergleich bestehenden Qualitäten als Liszt- und Skrjabin-Spielers. Für die einzigartig schillernde Kunst des russischen Exzentrikers besitzt Pawlik ein Sensorium wie kaum ein anderer. Die ausgewählten Tanzminiaturen zeigten dies mit ihren delikaten rhythmisch-koloristischen Nuancen ebenso wie die „Weiße Messe“, deren Rauschzustände selten drängender und luzider zugleich erfasst schienen.
Farbenfülle ohne Effekthascherei und Ausdrucksgrandezza ohne Pathosschwulst bot Pawlik auch in Sachen Liszt..

Heidelberger Zeitung, 10.2.09

Erdenferne Klangwelten – Markus Pawlik beim Internationalen Pianistenfestival … Sein meditativer Bach blieb zwar trocken, aber nicht spröde im Ton… Mystisch vielfarbig schillernd wirkte Scrjabins „Weiße Messe“, die Pawlik frei von allem Plakativen hielt: der späte Scrjabin blieb damit, was er ist, hochesoterische, nicht desto weniger faszinierende Musik… Auch Liszts „Vallée d’Obermann“ geriet nie in die Ecke pianistischer Artistik, Pawlik zeigte vielmehr, wie hier nach melancholischem Dunkel, zart aufscheinender Idylle und schweren Unwettern eine ganz andere, sehr erdenferne Welt entsteht.

Pianistenfestival in der Kongresshalle mit Markus Pawlik – Dieser Pianist erschafft Welten – Markus Pawlik glänzte in Böblingen durch Klangsinn…Beethovens Themen sind immer ungewöhnlich, der Anfangsgedanke der As-Dur Sonate ist besonders dicht. Pawlik formuliert ihn mit viel Phantasie. Phrasen lässt er nicht ausschwingen, sondern trocken enden. Seine Stärke ist der große Spannungsbogen. Er ist ein beherrschter und reflektierter Künstler, der die Werke genau durchdenkt, sich dabei jedoch nie in Details verliert. Auf engstem Raum finden sich massive Bässe und leuchtende Linien… Ein makelloses Recital!

Böblinger Bote 26.1.09

Discographie

Dohnányi: Complete Piano Works, Volume 1: Ruralia Hungarica, six Concert Études, Variations on a Hungarian Folk song, Pastorale; Markus Pawlik (Klavier). Naxos (1999)

Moszkowski: Klavierkonzert E-Dur op.59, Aus aller Herren Länder op. 23; Markus Pawlik (Klavier), Polnisches Rundfunksymphonieorchester: Antoni Witt. Naxos (1998)

Reger-Piano Music: Improvisationen, Humoresken, Träume am Kamin, In der Nacht; Markus Pawlik (Klavier). Naxos (1999)

Hörproben

Markus Pawlik: Beethoven Appassionata I 3min

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Markus Pawlik: Brahms Klavierkonzert B-Dur IV 3min

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Markus Pawlik: Debussy Image Reflets dans l'eau 3min

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Markus Pawlik: Haydn Sonate F-Dur I 3min

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Markus Pawlik: Rachmaninoff Sonata b-moll II 3min

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