Bartholdy Quintett
Streichquintett
Im Mendelssohnjahr 2009 entwickelte sich bei einem gemeinsamen Konzert die Idee, ein Streichquintett zu gründen. Üblicherweise werden Streichquintette von festen Streichquartetten mit Gästen aufgeführt und führen im Konzertleben eher ein Schattendasein. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es nicht nur das herrliche, bereits bekannte Repertoire für diese Besetzung gibt, sondern weitere Perlen herausragend schöner und selten zu hörender Werke. Ein zusätzliches Herzensanliegen des Bartholdy Quintetts ist, die Entstehung Neuer Musik zu fördern und sie zu Gehör zu bringen. So wurde ein Kompositionsauftrag an den jungen Lübecker Komponisten Robert Krampe vergeben. Im Mai 2009 fand das Gründungskonzert in Hannover statt. Alle Mitglieder kennen sich seit langem und haben in den verschiedensten Konstellationen vielfach miteinander musiziert. So entstand ein Ensemble fünf individuell herausragender Künstler mit langer Kammermusikerfahrung, das in der Lage ist, das Konzertleben mit Interpretationen von größter Homogenität, Vitalität und Virtuosität zu bereichern, sozusagen als „Perlenfischer“ dieser besonderen Gattung.
Ulf Schneider studierte bei Jens Ellermann, Felix Galimir und Thomas Zehetmair. Weitere künstlerische Impulse von Nicolaus Harnoncourt, Sir Roger Norrington und Max Rostal bereicherten und prägten seine Studienzeit. Mit dem von ihm gegründeten Trio Jean Paul wurde er mit 1. Preisen bei den internationalen Kammermusikwettbewerben in Osaka und Melbourne sowie beim Deutschen Musikwettbewerb in Bonn ausgezeichnet. Von 1996-1999 war Ulf Schneider Mitglied des Zehetmair-Quartetts. Seine umfangreiche internationale Konzerttätigkeit führt ihn regelmäßig in die bedeutenden Musikmetropolen und zu renommierten Festivals in Europa, Nord- und Südamerika, Japan und Australien. Zahlreiche CD-Aufnahmen bei AVI, ARS MUSICI und ECM wurden von der Fachpresse mit höchstem Lob bedacht und mit Preisen ausgezeichnet. Er war Professor an der Musikhochschule in Detmold, bevor er 2001 als Professor für Violine an die Hochschule für Musik und Theater in Hannover berufen wurde.
Anke Dill studierte Violine bei Nora Chastain, Shmuel Ashkenasi und Donald Weilerstein. Die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Geigerin konzertiert als Solistin und Kammermusikerin in verschiedensten Besetzungen in ganz Europa, Japan, China und Amerika. Sie ist u.a. zu Gast beim Schleswig-Holstein Musik Festival, den Salzburger Festspielen, beim Aspen Music Festival, sowie in großen Konzertsälen wie der Hamburger Laeiszhalle, der Liederhalle Stuttgart. Konzerte mit namhaften Solisten und Orchestern, CD-Produktionen, Radio- und TV-Aufzeichnungen geben ein Bild ihres reichhaltigen künstlerischen Schaffens. Ihre Lehrtätigkeit nahm sie 2001 an der Musikhochschule Lübeck auf. Als Dozentin unterrichtet Anke Dill bei Meisterkursen der Internationalen Sommerakademie in Lenk und Meisterkursen für Violine und Kammermusik in Murrhardt. Seit 2004 hat sie eine Professur für Violine an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart inne.
Volker Jacobsen studierte an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Barbara Westphal und schloß sein Studium dort mit Konzertexamen ab. Schon früh beschäftigte er sich intensiv mit Kammermusik und gründete 1989 das Artemis Quartett, dem er bis 2007 angehörte. Als Ensemblemitglied wurde er musikalisch besonders durch Walter Levin und die Mitglieder des Alban Berg Quartetts geprägt. Nach ersten Preisen beim ARD-Wettbewerb und dem Premio Paolo Borciani entwickelte Volker Jacobsen als Quartettmitglied eine herausragende internationale Karriere, die ihn auf alle großen Podien in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien führte. Es entstanden CDs für Virgin/EMI. Durch zahlreiche Preise (Echo, Grammopho-ne Award, Jahrespreise der Deutschen Schallplattenkritik, Choc du monde etc.) wurde diese Arbeit ausgezeichnet.1999 verbrachte Volker Jacobsen ein Sabbatical am Wissenschaftskolleg Berlin. Er war Professor für Kammermusik an der Universität der Künste Berlin sowie der Chapelle musicale Reine Elisabeth in Brüssel. Seit 2007 bekleidet er eine Professur für Viola an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, ist ein gefragter Lehrer auf internationalen Festivals sowie ein vielseitig beschäftigter Kammermusiker.
Barbara Westphal studierte in London und New York und erlangte ihre Konzertreife bei Itzhak Perlman und Michael Tree (Guarneri Quartett). 1983 gewann sie im ARD Wettbewerb den einzigen Preis für Solo-Bratsche sowie den Busch Preis. Als Solistin und Kammermusikerin konzertiert sie weltweit. Von 1978 bis 1985 war sie Bratschistin des Delos Quartetts, 1. Preisträger beim Internationalen Wettbewerb für Streichquartett in Colmar 1981, mit dem sie international konzertierte und viele Radio- bzw. Schallplattenaufnahmen einspielte. Regelmäßig gastiert sie bei internationalen Festivals wie z.B. Santa Fe (New Mexico), Sarasota (Florida), Great Lakes Festival Michigan, in Siena und beim Schleswig-Holstein Musik Festival. 1997 gründete sie mit der Geigerin Ani Kavafian und dem Cellisten Gustav Rivinius das Trio da Salò, das sofort beim Schleswig-Holstein Festival große Erfolge feierte. Barbara Westphals zahlreiche Aufnahmen dokumentieren ihr Können und ihre Vielseitigkeit. Sie wurden regelmäßig mit dem höchsten Lob der Presse bedacht. Barbara Westphal ist Professorin an der Musikhochschule Lübeck .
Gustav Rivinius studierte bei Claus Kanngiesser, David Geringas, Zara Nelsova und Heinrich Schiff. Der Gewinn des ersten Preises beim IX. Internationalen Tschaikowsky Wettbewerbs in Moskau - erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs an einen deutschen Musiker verliehen - markierte für ihn den Beginn einer weltweiten Karriere. Seitdem ist Gustav Rivinius zu zahlreichen international renommierten Orchestern eingeladen und ist regelmäßiger Gast bei bedeutenden Festivals. Darüber hinaus nimmt die Kammermusik mit namhaften Kollegen wie Lars Vogt, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas und Sharon Kam oder mit seinem Trio Da Salò einen wichtigen Platz in seiner musikalischen Arbeit ein. Gustav Rivinius widmet sich auch intensiv der zeitgenössischen Musik: so hat er etwa das Cellokonzert "Bardo" von Hans Zender unter der Leitung des Komponisten zur Uraufführung gebracht. Gustav Rivinius ist Professor für Violoncello an der Musikhochschule in Saarbrücken.